DITA - DIE DIGITALE TAGESZEITUNG FÜR ÖSTERREICH            Steiermark                   5.9.2018


Mehr Umsatz - mehr Beschäftigte


Bildtext (Credit Fischer): Freuen sich über mehr Umsatz und mehr Beschäftigte im steirischen Handel im ersten Halbjahr 2018: Spartenobmann Gerhard Wohlmuth, Spartengeschäftsführer Helmut Zaponig (r.) und Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria.

Vier Milliarden Euro Nettoumsatz hat der stationäre Einzelhandel in der Steiermark von Jänner bis Juni erwirtschaftet – das entspricht einem nominellen Plus von 2,1 Prozent. „Gestiegen ist auch die Zahl der Beschäftigten, und zwar um 1,4 Prozent. Damit unterstreicht der Handel seine Bedeu- tung als wichtiger und stabiler Arbeitgeber im Land“, betont Spartenobmann Gerhard Wohlmuth das „hervorragende Ergebnis“. Zugenommen hat einmal mehr auch die Zahl der Online-Shopper, rund 60 Prozent der Steirer nutzen das Internet bereits für Einkäufe.


Der steirische Handel ist ein wichtiger und stabiler Arbeitgeber, der in Zeiten der zunehmenden Digitali- sierung vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen steht. Das zeigt die aktuelle Halbjahresbi- lanz. In dieser weist die KMU Forschung Austria dem stationären Einzelhandel in der Steiermark (exkl. Tankstellen) ein nominelles Umsatzplus von 2,1 Prozent aus. „Der Aufwärtstrend hat sich damit weiter fortgesetzt“, freut sich Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel in der WKO Steiermark: „In abso- luten Zahlen sind es 4,0 Milliarden Euro, die der steirische Einzelhandel im ersten Halbjahr netto umset- zen konnte. Betrachtet man den Handel insgesamt, so hatte dieser im Vorjahr in der Steiermark ein Volu- men von 30,2 Milliarden Euro.“ Damit liegt man auch deutlich über dem Bundesschnitt, wie Ernst Gitten- berger von der KMU Forschung Austria zu berichten weiß: „Österreichweit beträgt das Plus 1,3 Prozent, im steirischen Einzelhandel sind es 2,1 Prozent.“ Laut KMU Forschung Austria verzeichnen 46 Prozent der steirischen Händler Umsatzzuwächse, 42 Prozent dagegen Rückgänge und 12 Prozent eine stabile Geschäftsentwicklung. Unter Berücksichtigung der Inflation und sämtlicher Preiseffekte, ist das Absatzvo- lumen damit real um insgesamt 0,2 Prozent gestiegen.


Alles in allem eine höchst erfreuliche Halbjahresbilanz. Denn auch die Beschäftigtenzahl ist deutlich ge- stiegen, und zwar um 1,4 Prozent. „In absoluten Zahlen entspricht das rund 600 neuen Jobs, die der stei- rische Handel im ersten Halbjahr geschaffen hat“, betont Wohlmuth. Insgesamt weist der Einzelhandel in unserem Bundesland damit ca. 45.700 Beschäftigte auf, der Handel in Summe 78.220. Nach den leich- ten Rückgängen in den vergangenen Jahren sei das höchst erfreulich. Die Suche nach geeigneten Fach- kräften ist – wie auch in vielen anderen Branchen – mittlerweile nicht mehr einfach. Aus diesem Grund unterstützt die Sparte aktiv die Nachwuchsarbeit, etwa durch Bewerbe wie den Junior Sales Champion. Wohlmuth: „Der Handel ist ein attraktiver Arbeitgeber, der jede Menge Karrierechancen bietet. Das wol- len wir noch stärker aufzeigen.“


Ein rasantes Wachstum legt nach wie vor auch der gesamte Bereich des Onlinehandels hin. Bereits 88 Prozent der Steirerinnen und Steirer (16-74 Jahre) nutzen das World Wide Web, vor fünf Jahren waren es noch 81 Prozent. Für den Handel spielt dabei vor allem die mobile Internet-Nutzung eine bedeutende Rolle, Smartphone-optimierte Websites und Online-Shops werden immer wichtiger. Aus diesem Grund wurde mit dem heurigen Schuljahr auch der Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau eingeführt, die Aus- bildung dazu findet – neben den Betrieben – in der Landesberufsschule Feldbach statt.


Insgesamt kaufen schon 60 Prozent bzw. 560.000 Steirer (16-74 Jahre) Dienstleistungen und Waren via Internet ein. Damit hat sich die Zahl der weiß-grünen Online-Shopper im Zehn-Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Besonders häufig kaufen die Steirer Bekleidung und Textilien sowie Bücher und Zeitschriften via Internet (jeweils 27 Prozent). Auf den weiteren Plätzen der Online-Topseller folgen Elektrogeräte (25 Prozent), Spielwaren (14 Prozent), Sportartikel (13 Prozent) sowie Schuhe und Lederwaren (12 Prozent). Insgesamt gab der durchschnittliche Online-Shopper in der Steiermark im Vorjahr 1700 Euro aus, wobei 46 Prozent bei ausländischen Anbietern einkaufen. Die Gesamtjahresausgaben beim Online-Shopping beziffert die KMU Forschung Austria für die Steiermark mit 950 Millionen Euro.


Für Wohlmuth braucht es aufgrund des zunehmenden Onlinehandels auch mehr politisches Augenmerk auf die Durchsetzung von fairen Spielregeln. Waren Mitbewerber früher vielleicht nur ein paar Straßen weiter beheimatet, so findet man diese heute quer über den Globus. „Das ist Chance und Herausforde- rung zugleich. Um diese nutzen zu können müssen wir den Rahmen für einen fairen Wettbewerb garan- tieren“, betont Wohlmuth. Allerdings zeige die Realität heutzutage vielfach ein anderes Bild: Heimische Handelsbetriebe sehen sich da im Internet oft mit Billigkonkurrenz aus dem Ausland konfrontiert, die we- der im Lohn- und Abgabenbereich noch bei den Sozialstandards vergleichbares leisten. Wohlmuth: „Hier müssen wir verstärkt die Einhaltung bestehender Gesetze im Auge halten, aber auch die Bemühungen auf europäischer Ebene verstärken. Natürlich stehen wir zum Wettbewerb, dieser muss aber nach fairen Spielregeln ablaufen.“


Aus diesem Grund hat die Sparte Handel auch ein Servicecenter namens „go online“ ins Leben gerufen (www.wko.at/stmk/go-online). Im Rahmen dessen steht allen Mitgliedern ein umfangreiches Rechtshilfe- und AGB-Paket für einen leichteren Einstieg ins E-Business zur Verfügung. Darüber hinaus bietet man gemeinsam mit einer Anwaltskanzlei kostenlose Sprechtage an. Weiters bietet man im Rahmen des Ser- vicecenters zahlreiche Informationsveranstaltungen wie auch Messebesuche an. Auch ein Leitfaden be- züglich E-Commerce und Smartphonetauglichkeit, Barrierefreiheit und Online-Kundenaquise in Koopera- tion mit der Fachhochschule Campus 02 wurde umgesetzt.